Was blogge ich eigentlich? Ein Gedankenwirbel über Themen, Typen und die ganze Datensache

Was soll man bloggen, was kann man bloggen? Ich versuche immer, spannende Themen zu finden, die mich packen. Von mir aus weiß ich, dass ich total auf verschiedene Sachen stehe, die mich fesseln. Aber in jedem dieser Felder gibt’s schon massenhaft Leute, die bloggen. Man könnte einfach denen hinterherlaufen.

Dies artet dann meist in wie zwei Arten aus. Auf der einen Seite ist es eher ein Lifestyle zu show setzen und man will wie mit dem Follow als Kauf, sich den Lifestyle einkaufen, also dass man auch so sein könnte. Und gibt dafür sein Follow und seine Zeit her. Sich auch das erlauben können, so frei zu sein. Oder was auch immer. Wobei man nicht wirklich sieht was der andere macht, seine Persönlichkeit super gut ist und ihm daher diese gute Aufmerksamkeit anzieht.

Deshalb guckt man sich fast jedes Video an, weil der Typ so fesselnd ist, und man fühlt sich schon fast wie er, als könnte man das auch. Man schaut alles und fragt sich, warum er das sagt, was kann ich mitnehmen, um das selbst so hinzukriegen.

Aber solche Blogs nachzuahmen bringt nichts, weil man nicht dasselbe Netzwerk hat. Oder zum Beispiel Gadgets, die der vorstellt – ich müsste die kaufen und dann zeigen, was bei mir eher ins Minus geht. Auf der anderen Seite, einfach Stuff von Marken zugeschickt kriegen? Am Anfang passiert das nicht, und später muss man dann sagen, was die wollen.

Dann gibt’s die anderen, die mega tief in ihrem Ding drin sind, keine riesige Fangemeinde haben und es einfach aus Freude machen. Das macht auch Spaß zuzugucken, weil man das in der Realität sieht.

Da fällt auf, dass die nicht auf jeden Trend anspringen und nicht ihren Senf zu allem geben müssen, sondern einfach zeigen, was sie mögen.

Da merkt man bei sich selbst, verdammt, ich hab gar kein so tiefes Thema, das mich so packt wie die, dass ich Stunden, Tage dran hängen könnte, um es auszuarbeiten und für andere als Unterhaltung hinzustellen.

Also steh ich da und frag mich auf Meta-Ebene, was mach ich eigentlich? Durch den ersten Blogger-Typ stellst du dir vor, was du alles erreichen könntest, und denkst, das ist doch easy.

Durch den zweiten Typ merkst du, wo deine eigene Leidenschaft liegt, was dich antreibt, und dass du selbst zu wenig hast, um drauf aufzubauen.

Gleichzeitig folgst du ja schon Leuten, die spannend genug sind.

Dann kommt noch die ganze Sache mit dem Bekanntwerden oder einfach damit, persönliche Infos rauszuhauen. Ich bin nicht so aufgewachsen, dass man alles rausposaunt. Auch nicht, wenn man was Erfolgreiches hingekriegt hat. Vor allem aus Datenschutz-Sicht. Mir ist früh aufgefallen, dass Leute Infos von dir gegen dich verwenden können. Man weiß ja nicht, wen man alles anspricht. Was man mit ein paar Daten zusammenpuzzeln kann.

Klar, zum Beispiel Zeitangaben. Da könnte man rauskriegen, wo ich wohne, wann ich aufstehe, wann ich weg bin. Daraus können verschiedene Typen Macht über dich gewinnen. Gleichzeitig kann man’s nicht verstecken, wir sind alle Menschen und brauchen mal Schlaf.

Zugleich gibt’s Leute, die Daten raushauen, als wären wir freiwillig in Orwells 1984 oder Animal Farm.

Da steh ich im Konflikt mit mir selbst. Wenigstens bei mir ist das so. Klar, wenn man’s schafft und die Aufmerksamkeit hat, um Ziele zu pushen, Produkte zu verkaufen. Zeit von anderen gewinnen, die zuhören, unterstützen, kaufen oder was auch immer. Das ist cool. Und man kann sich dann auch ‘ne gewisse Sicherheit leisten.

Klar, absolute Sicherheit gibt’s nie.

Alles ist immer ‘n Abwägen von Vor- und Nachteilen, die erste Regel von Sicherheit ist, sich nicht in Gefahr zu bringen.

Ist Bloggen ‘ne Gefahr? Für viele schon, Gedanken sind stark. Stark genug, um Leute über Jahrhunderte runterzudrücken, zu unterdrücken. Verbote und so. Gleichzeitig wurde solche Macht an die Richtigen gegeben. Sonst hätten wir diesen Machtmarkt-Zustand nie erreicht.

Wir leben in ‘ner Zeit, wo Infos anders und fast umsonst verbreitet werden. Für viele im Westen sind die Konsequenzen relativ gering. Und der Upside potenziell riesig.

Aber wir haben nicht mehr die Zeit, wo durch Buchdruck ‘n Gott entsteht, wie bei Jesus. Kaum für die größten YouTuber gibt’s ‘ne Statue, die Jahrtausende hält, wie bei diesen alten Ideen.

Die Infos verdoppeln sich gewaltig, wenn man guckt, wie lang’s dauerte, bis Mönche ‘n Buch abgeschrieben haben, geteilt und gelernt. Heute lädt jemand ‘n Video oder Blog hoch, und gleich x Augen wollen’s lesen. Weil sie denken, sie könnten diese Person werden? Mächtiger? Oder nur Klatsch? Ich schätz mal, Bücher haben ‘ne Halbwertszeit von 4 Jahren. Also ‘n neues gutes Buch kommt in 4 Jahren in der Masse an, auch wenn weniger als die Hälfte’s liest.

Diese Analysen und so werden immer stärker. Sind meine Gedanken gefährlich für mich? Oder für andere? Haben wir wirklich Meinungs-freiheit? Was bedeutet das überhaupt, wenn Leute mich schon verurteilen, ohne die ganze Story zu kennen?

Texte werden automatisch indexiert, und es gibt Interessengruppen, die profitieren, also könnte’s aus Profit sein oder aus Gleichgültigkeit, wenn Leute mir nicht zuhören. Wenn ich nicht in der Lage bin, meine Gedanken zu verkaufen.

Auf der anderen Seite ist genau diese krasse Analyse super mächtig und gibt uns allen Power. Wir, so wie ich, können komische Ideen haben, und unstrukturierte Infos können plötzlich verarbeitet werden.

Darüber schreib ich aber nächstes Mal.